Fotos von Ingrid

(Elvis am Set)

 

 

 

Fotos von Ingrid

(Drehort)

 

 

 

Filmfotos

 

 

 

Poster, Lobbycards, DVD, VHS

 

 

 

Stabangaben

 

 

 

Single USA/D

 

 

 

"FTD" CD - 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Exklusiv-Story

Dreharbeiten zu "STAY AWAY JOE"

Eine Augenzeugin berichtet

Charlie Hodge, Marvin "Gee Gee" Gambill, Ingrid und Elvis

 

Elvis´ 27. Film "Stay Away, Joe", produziert von Douglas Laurence für Metro-Goldwyn-Mayer unter der Regie von Peter Tewksbury wurde im Bundesstaat Arizona gedreht. Die Dreharbeiten erstreckten sich vom 9. Oktober bis zum 22. November 1967. Am 27. November arrangierte Elvis schließlich am Set für alle Schauspieler und die Crew einen Lunch, ausgestattet durch einen Caterer, um den Abschluss der Dreharbeiten zu feiern. Die Außenaufnahmen zum Film fanden in Cottonwood, Sedona sowie im Gebiet des Oak Creek Canyons statt. Eine Gegend, die schon für unzählige Western-Klassiker und Schauspieler wie John Wayne, Burt Lancaster, Randolph Scott, James Stewart, Henry Fonda, Lee Marvin, Richard Widmark, Glenn Ford und viele andere mehr als Kulisse diente. 

Uraufführung feierte "Stay Away, Joe" am 8. März 1968 in Birmingham/Alabama. Die deutsche Erstaufführung erfolgte als Fernsehausstrahlung unter dem Originaltitel am 28. September 1989 im Sender "S 3". Erst am 19. Dezember 1989 wurde der Film unter dem deutschen Titel "Harte Fäuste, heiße Lieder" im Sender "WDR" gezeigt. Als Synchronsprecher fungierte Peter Kirchberger. Ich persönlich finde den Film witzig, kurzweilig und eine gelungene Abwechslung vor allem durch die Entscheidung ihn nicht nur im Studio entstehen zu lassen, sondern auch mal in Außenaufnahmen zu investieren und kann mich Kritiken wie "einer der schlechtesten Filme von Elvis" oder "trübe künstlerische Leistung" nicht anschließen und halte es eher mit der "Film Daily" die am 11. März 1968 über "Stay Away, Joe" folgendes schrieb: "Es tut nichts zur Sache, dass die Glaubwürdigkeit strapaziert wird. Worauf es ankommt ist, dass der Film eine Stimmung von Fröhlichkeit und glücklichem Trubel verbreitet, die ansteckt." Lasst mich nun aber zurückkehren zu den Dreharbeiten im Oktober des Jahres 1967 und zu einer so unglaublichen Geschichte, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Sie handelt von der Österreicherin Ingrid die vom Sommer 1967 bis kurz vor Weihnachten 1967 mit ihrer Freundin Doris durch die Staaten reiste und im Oktober Gelegenheit hatte nicht nur den Dreharbeiten beizuwohnen, sondern auch eingeladen wurde am Set zu bleiben und so für mehrere Tage hindurch unmittelbar am Geschehen war. Ingrid erzählte mir die Hintergründe zu dieser unglaublichen Reise. Aber der Reihe nach. 

Ingrids Fotos vom Drehort

Ingrid lernte bei einem längeren Aufenthalt 1964 in London Doris kennen. Überhaupt blieb Ingrid diese Zeit in London, vor allem kulturell, unvergesslich. Mehrmals die Woche stand großes Theater an u.a. mit Schauspielern wie Peter O´Toole oder Albert Finney und vielen mehr.  Auch war es damals noch möglich, mit den Akteuren Backstage zu plaudern. Als Höhepunkt vielleicht noch erwähnenswert der Auftritt der Beatles am 30.12.1964 im Odeon Hammersmith den Ingrid Circle 15, Seat 62 erlebte (siehe Foto). Mit Doris entwickelte sich in weiterer Folge eine Freundschaft und 1967 beschließen die Beiden nach einem ca. einjährigen Aufenthalt in Canada den Vereinigten Staaten von Amerika einen längeren Besuch abzustatten um Land und Leute näher kennenzulernen. Ausgangs- und Endpunkt war Montreal. Der Hinflug wurde den Beiden vorfinanziert durch die Caritas. Zurück gings mit dem Schiff auf eigene Kosten. Die Reiseroute im Detail: Montreal – Burlington – Boston – New York – Philadelphia – Washington – Knoxville – Chattanooga – Mobile – New Orleans – Houston – Galveston – Gulf Of Mexico – Space Center – Dallas – Oklahoma City – Amarillo – Phoenix – Oak Creek Canyon – Flagstaff – Grand Canyon – Las Vegas – Los Angeles – Long Beach – Santa Barbara – San Francisco – Reno – Salt Lake City – Laramie – Lincoln – Omaha – Chicago – Cleveland – Buffalo – Niagara Falls – Toronto – Montreal. 

Das Besondere an dieser Reise war aber, dass die Beiden diese gewaltige Strecke per Autostopp bewältigten. Lediglich die erste Etappe Montreal – Burlington wurde mit dem Bus zurückgelegt. Da 1967 Hitchhiking verboten war und z.B. längeres Herumsitzen in Bushaltestellen schon unter den Begriff "Landstreicherei" fiel, war die Konfrontation mit dem Gesetz vorprogrammiert. Von Abmahnung bis Androhung der Haft reichte die ausgesprochene Palette der Ordnungshüter den beiden Österreicherinnen gegenüber. Ingrid und Doris lernten durch eben diese Wahl des Fortbewegungsmittels aber ein Land auf eine Art und Weise kennen, die aus heutiger Sicht undenkbar wäre. Die Stories dazu würden allerdings den Rahmen hier sprengen. Daher nur ein kleiner Auszug. In Boston wurden sie von einem Hippie in dessen WG aufgenommen. Einmal betraten sie als einzige "Weiße" ein Indianerlokal. Die Indianer schauten jedenfalls nicht schlecht. Ein anderes Mal stoppte ein "Schwarzer" mit seinem Lastwagen um die Beiden mitzunehmen. Zum Abschluss wollte er unbedingt ein Foto als Erinnerung mit den Worten: "Das glaubt mir keiner, dass ich zwei weiße Mädchen traf die Auto stoppten und die noch dazu mit mir "Schwarzen" mitgefahren sind. 

Eines Tages waren die Beiden im Gebiet des Oak Creek Canyons unterwegs und hielten Ausschau nach einer Mitfahrgelegenheit. Ein mit Scheinwerfer beladener Lastwagen hielt an und der Fahrer fragte was sie denn in dieser Gegend suchten. Sie erzählten ihm, dass sie weiter in Richtung Kalifornien wollten. Der Fahrer sagte, dass er leider nicht so weit fahren würde, denn er arbeite hier in der Wüste. Aufgrund der enttäuschten Gesichter aber fragte er noch: "Interessieren euch Filmdreharbeiten?" und "Ich arbeite nämlich auf einem Filmset mit Elvis ganz in der Nähe". Gegen eine Abänderung der geplanten Reiseroute hatten sie in diesem Fall natürlich nichts einzuwenden, also stiegen die Beiden ein. Erraten, es handelte sich um die Dreharbeiten zu "Stay Away, Joe". Wie sich später herausstellte, war dieser Fahrer bereits auch Crew-Mitglied bei anderen Elvis-Filmen und zur Verschwiegenheit verpflichtet was die Dreharbeiten betraf. Schon gar nicht hätte er jemanden dorthin mitnehmen dürfen. Nur er war so fasziniert von den beiden autostoppenden Mädchen und musste die Geschichte sogleich weitererzählen. Das löste förmlich einen Tumult bei der Crew aus. Jeder wollte die Hintergrundstory hören. Schließlich wurde sie auch Elvis zugetragen, der laut Ingrid neugierig wie ein kleines Kind war. Die erste Nacht verbrachten die Beiden in einem ca. 15 Minuten entfernten Dorf. Der Drehort für diese Szenen – in und um die Callahans Gas Station – war abgeschieden und nicht an einer Hauptdurchzugsstraße gelegen, sodass sich kaum jemand dorthin verirrte. Schon am nächsten Tag lud jemand von der Crew Ingrid und Doris ein doch am Set zu bleiben und auch dort zu wohnen.  Elvis´ Crew schaute jedenfalls besonders auf die Beiden. Erst viel später erfuhr Ingrid, dass es sich hiebei um Charlie Hodge, Joe Esposito, Jerry Schilling, Sonny West und Marvin "Gee Gee" Gambill handelte. Die Filmcrew tolerierte einfach die Anwesenheit. Dies obwohl Ingrid die Aufnahmen wirklich aus aller nächsten Nähe, hinter dem Script-Girl verfolgte. Nur einmal griff das Filmteam ein. 

Ingrid ist erinnerlich, dass eine Aufnahme durch Geplauder und Lachen im Hintergrund gestört wurde. Es wurde sofort "Cut, Cut" und "Shut Up" gerufen. Die "Störenfriede" (darunter auch die zwei Freundinnen) erhielten einen Verweis. Elvis Solidaritätserklärung den "Störenfrieden" gegenüber war folgende: Er bestieg das im Film verwendete Motorrad und verließ daraufhin das Set. Das Drehteam hatte die Message verstanden. Ingrid erinnert sich noch, dass Elvis für seine Aufnahmen massiv geschminkt wurde und sich nicht ständig am Set aufhielt. Er schlief auch nicht im Trailer-Park. Auch dass er sehr launenhaft sein konnte (nicht den beiden Freundinnen gegenüber). Seine Umgebung und seine Leute haben sich aber seinen Launen perfekt angepasst. Wenn ihm was nicht gepasst hat, dann hat er´s schon können. Dann fuhr er einfach während der Dreharbeiten mit der Co-Darstellerin Quentin Dean am Sozius mit seinem Motorrad weg. Das Motorradfahren hat ihm überhaupt sichtlich Spaß gemacht. Bei den Dreharbeiten waren mehrere Takes notwendig. Ingrid und Doris lernten in diesen Tagen nicht nur das "Drumherum" am Drehort, die "Gefolgschaft" von Elvis sondern auch Elvis selbst kennen. Elvis konnte im Kreis seiner Gefolgschaft sehr unterhaltsam sein, sodass es der begleitenden Crew viel Spaß machte, bei Elvis-Filmen dabei zu sein. Ingrid lernte aber auch einen Elvis kennen, der manchmal in Gedanken versunken, abseits des Geschehens saß und einfach seinen Zigarillo rauchte. 

Ingrid hat zwar während dieser Reise kein Tagebuch geführt aber nach Durchsicht ihrer Fotoalben (siehe Foto) war es mir doch möglich, ihren Aufenthalt bei den Dreharbeiten zeitlich einzugrenzen. Ingrid lernte nämlich – man war gerade in der Nähe von Houston unterwegs – Lupe Martinez kennen, der den Beiden anbot sie nach Dallas mitzunehmen, da er bei der dortigen Horse Show als Rodeoreiter teilnehme. Die Beiden willigten ein und begleiteten ihn auch während des Turniers in Dallas, das Lupe übrigens auch für sich entscheiden konnte. Die Eintrittskarte zur Horse Show Dallas klebte Ingrid feinsäuberlich ins Album. Sie trägt das Datum 16. & 17. Oktober 1967. Danach gings weiter zum Oak Creek Canyon. Ingrid ist auch noch gut erinnerlich, dass am Set einige Aufregung darüber herrschte, dass sich Elvis´ Frau Priscilla für einen Besuch ansagte. Kurz vor Eintreffen von Priscilla am 26. Oktober verließen die beiden Freundinnen aber den Drehort in Richtung Grand Canyon. 

Ingrids Fotos von Elvis am Set

Noch heute blickt Ingrid wehmütig zurück und bedauert, nicht mehr Fotos von Elvis gemacht zu haben (was aber in Hinblick auf die verfügbare Kamera und das damalige Equipment nicht möglich war) und vor allem, dass die Freundinnen das Angebot nicht annahmen, während der Dauer der Dreharbeiten vor Ort am Set zu bleiben. Mir verbleibt nur mehr Ingrid Dank dafür auszusprechen, dass sie sich nicht nur die Zeit genommen hat und uns teilhaben ließ an ihrer einzigartigen Story, sondern auch ihre Fotos exklusiv auf dieser Page zur Verfügung stellte.

Ingrids verwendete Kamera

Agfa Clack

© 2011 mabrosELVISworld

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