De Tomaso Pantera - Brief History

De Tomaso entwickelte mit dem Pantera ("Panther") einen neuen Sportwagen als Nachfolger des Mangusta und stellte ihn im März 1970 auf der New Yorker Autoausstellung vor. Das Auto war in erster Linie für den nordamerikanischen Markt konzipiert worden. Der Vertrieb des Wagens in den USA war in einer umfangreichen Vereinbarung zwischen De Tomaso und der Ford Motor Company geregelt, zu dessen weiteren Bestandteilen unter anderem der Verkauf der Ghia an Ford gehörte. Ford erklärte sich bereit, den mit einem Ford-Motor ausgestatteten Pantera über die eigenen Lincoln-Mercury Händler in Amerika zu vertreiben. Der Pantera sollte von Anfang an in größeren Stückzahlen verkauft werden, als dies mit dem Mangusta je gelungen war. Der Pantera hatte einen guten Start. 2506 Exemplare wurden 1972 gebaut, 1604 waren es 1973, aber dann versagte Ford-USA wegen schlechter Verarbeitung und der Energiekrise seine Unterstützung. Die Produktionsrate fiel nach dem Höhepunkt Anfang der 70er bis zum Ende des Jahrzehnts auf weniger als 50 Stück pro Jahr ab.

Vorgänger De Tomaso Mangusta

 

Im Gegensatz zum Mangusta hatte der Pantera ein bedeutend besseres Chassis (bessere Gewichtsverteilung. Jetzt lagen 57 % auf der Hinterachse). Verantwortlich dafür war der junge Gian Paolo Dallara der in den späten 60er Jahren durch Alejandro De Tomaso von Lamborghini abgeworben wurde mit dem Versprechen bei De Tomaso auch Rennwagen entwerfen zu dürfen. Neben dem 1969er Formel 2 und dem 1970er Formel 1 hat Dallara dann schließlich auch das Chassis des Pantera entworfen. Gegenüber dem Vorgänger Mangusta gab es einen geräumigeren Innenraum und einen größeren Kofferraum. Weiters wurden anstelle der 289/302-Motoren des Mangusta nun der aus dem Rennsport abgeleitete 351 Cleveland mit vierfach Vergaser - 4V montiert. Dieser Motor blieb den Fahrzeugen bis Ende der 80er Jahre erhalten. Die letzten GT5-S Pantera wurden mit dem aus Australien eingeführten Ford 351 Windsor ausgerüstet. Der Pantera hatte das Getriebe auf dem Kopf herum montiert, um einen besseren Schwerpunkt zu erreichen.

De Tomaso Pantera Werbebroschüren

 

Der Pantera war in unterschiedlichsten Leistungsstufen verfügbar: 1971 gab es den Pantera in Amerika mit 330, 310 oder 280 PS. 1972 war die Auswahl wegen neuer Abgasvorschriften auf 285 bzw. 266 PS geschrumpft. 1973 und 1974 war nur noch die 266 PS Version zu haben. In Europa leistete der Pantera L in den 70ern 300 PS, der GT3 hatte 330 PS, der GTS (mit breiteren Kotflügeln) hatte 350 PS und der seltene GT4 war mit 500 PS angegeben. Außerdem gab es einen GT5 und einen GT5-S. Alle Versionen besaßen den Ford 5,8 Liter V8. Der Pantera besaß, anders als manche Sportwagen seiner Zeit, eine einfache, aber stabile selbsttragende Karosserie. Tom Tjaarda von Ghia hatte die Form dieses brutal wirkenden Zweisitzers entworfen. Die keilförmige Linie war eigenständig. Ihr fehlten jedwede Rundungen die für die Kreationen von Pininfarina so charakteristisch waren. Über 20 Jahre der Produktion wurde die Grundlinie beibehalten. Im Laufe der Zeit gab es diverse Karosserieumbauten wie Kotflügelverbreiterungen und Spoiler. Erst 1990 erschien eine gründlich überarbeitete zweite Serie.

Am Höhepunkt der Produktion verließen 20 Panteras täglich das Werk

 

Die erste Serie:

Wie üblich baute das De Tomaso Werk in Modena die Fahrzeuge nicht vollständig selbst. In Modena wurden lediglich abschließende Arbeiten durchgeführt, die Rohkarosserien wurden vielmehr in einer Reihe selbstständiger Werkstätten aufgebaut. Der Prototyp entstand 1969 bei Ghia. Die Serienfahrzeuge wurden von 1971 bis 1974 bei Vignale hergestellt. Bis April 1971 erfolgte die gesamte Herstellung des Pantera bei Vignale, hierbei dürften 382 Einheiten entstanden sein. Ab Mai 1971 verfügte De Tomaso in Modena über eine eigene Fertigungsstraße in der die bei Vignale vorbereiteten Karosserien handwerklich vollendet wurden. Der Wechsel zwischen den allein bei Vignale hergestellten Panteras und den späteren bei De Tomaso komplettierten Modellen ist äußerlich an den Türgriffen des Pantera nachzuvollziehen. Die reinen Vignale-Modelle verfügen über Druckknopftürgriffe, wie sie bereits der Vorgänger Mangusta hatte. Sie werden in den USA als sogenannte Push-Button Panteras bezeichnet. Die späteren, bei De Tomaso komplettierten Modelle hatten rechteckige Türgriffe. Nachdem die Allianz zwischen De Tomaso und Ford 1974 zerbrochen war, konnte De Tomaso für weitere Fahrzeuge nicht mehr auf die zu Ford gehörende Carrozzeria Vignale zurückgreifen. 1975 und 1976 verarbeitete und verkaufte De Tomaso daher keine neu hergestellten Panteras, sondern verarbeitete eine Reihe von Rohkarosserien, die bis 1974 bei Vignale hergestellt und bislang noch nicht verkauft worden waren. Hiebei handelte es sich um die intern als Post-Ford bezeichneten Panteras der Fahrgestellnummern 7381 bis 7505. Insgesamt waren es 125 Exemplare. Von 1977 bis 1978 ließ De Tomaso die Pantera Karosserien bei der Carrozzeria Maggiora in Turin herstellen. Erhebliche Fertigungsmängel führten dazu, dass De Tomaso die Verbindung mit Maggiora schnell beendete. Ab 1979 entstanden alle Pantera sowie der De Tomaso Longchamp und dessen Schwesternmodell Maserati Kyalami bei der Carrozzeria Embo in Turin.

Fotos - De Tomaso Pantera Modelle

 

Fertigungsstraße Modena

Vignale, Turin

 

Testbericht aus "Auto Motor und Sport", Heft 18/1974

 

Die zweite Serie: De Tomaso Pantera Si (1990 bis 1993):

20 Jahre nach seinem Erscheinen wurde der Pantera gründlich überarbeitet. 1990 wurde die neue Version in Turin vorgestellt. Der Verkauf begann sofort danach. Das Fahrwerk, sowie die Bremsen von Brembo waren Neukonstruktionen, das Äußere war von Marcello Gandini überarbeitet worden, der bereits 20 Jahre zuvor Klassiker wie den Lamborghini Miura oder den Lamborghini Countach entworfen hatte und etwa zeitgleich das Design für mehrere Maserati (Shamal, Ghibli) entwickelte. Das Auto wirkte nun runder, ohne seinen Charakter verloren zu haben. Es hatte verbreiterte Kotflügel, einen winzigen Spoiler unter dem Frontfenster und einen sehr großen Flügel, nach Art des Ferrari F40 am Heck der Karosserie. Die ersten Modelle wurden noch mit Blechteilen des Vorgängers gebaut und mit Verkleidungen aus GFK in Form gebracht. Nach einiger Zeit wurde die Karosserie wieder ganz in Blech gefertigt. Die Spoiler waren teilweise aus Carbon hergestellt. Unter der etwas weicheren Form saß immer noch ein V8-Mittelmotor, nunmehr allerdings mit 5,0 Litern Hubraum etwas kleiner und aus der laufenden Serie des Ford Mustang übernommen. Durch geschicktes Tuning und eine präzise Benzineinspritzung erreichte der Motor 305 PS. Er Wagen besaß nun größere Räder (vorne 235/45ZR17 und hinten 335/35ZR17) und größere Bremsscheiben. Die Lenkung war noch immer nicht servounterstützt. Vier Fahrzeuge wurden nach Umbau bei der Carrozzeria Pavesi als Targa ausgeliefert. Zwei davon mit Getrag Sechsgang-Getriebe, das auch später im De Tomaso Guara Verwendung fand.

De Tomaso Pantera Si Targa

 

Produktionszahlen:

Der Pantera ist das am häufigsten produzierte Modell von De Tomaso. Zwischen 1971 und 1974 entstanden bei Vignale insgesamt 6.380 Panteras der Ford-Spezifikation (davon 382 sogenannte Push-Button Panteras). Zwischen September 1974 und 1976 wurden weitere 125 Panteras mit Vignale Karosserie aus nicht verwendeten Restposten aufgebaut. 1977 und 1978 entstanden 74 Modelle bei Maggiora und zwischen 1979 und 1990 baute Embo insgesamt 463 Panteras der ersten Serie. Von der letzten Serie wurden zwischen 1990 und 1993 nur 41 Stück gebaut wobei die ersten zwei für Crashtest verwendet wurden und der Letzte seinen Weg ins Werksmuseum fand. Somit wurden vom Pantera Si lediglich 38 Stück verkauft!

Am 20.05.1972 rollte das 2.500ste Exemplar des Pantera vom Band

 

Technische Daten:

Motor: Ford V8, Hubraum: 5763 ccm, Leistung: 300 PS, Vmax: 235 - 280 km/h (je nach Übersetzung), Radstand: 2.515 mm, Länge: 4.270 mm, Breite: 1.820 mm, Gewicht: 1.420 kg, Reifen vorne: 185/70VR15, hinten: 215/70VR15, Fünfgang-Schaltgetriebe, Heckantrieb, Aufhängung: Einzelrad, Dreiecklenker und Schraubenfedern vorn, Schraubenfedern hinten, Scheibenbremsen

Pantera Si:

Überarbeitetes Chassis mit Rohrrahmen im Heck, komplett neue Aufhängungen, Hubraum: 4942 ccm, Leistung: 305 PS bei 451 Nm, Länge: 4.365 mm, Breite: 1.980 mm, Höhe: 1.100 mm, Gewicht: 1.483 kg, Reifen vorne: 235/45ZR17, hinten: 335/35ZR17, ZF Fünfgang-Schaltgetriebe, Brembo Anlage aus dem Ferrari F40, Heckantrieb, Aufhängung: Einzelrad, Dreiecklenker und Schraubenfedern vorn, Schraubenfedern hinten, Scheibenbremsen

Alejandro De Tomaso mit dem Pantera vor dem Ford Headquarter

 


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