Claus-Kurt Ilge

 öffnet für mabrosELVISworld sein Archiv

 

Claus-Kurt Ilge & Elvis

Claus-Kurt Ilge, stellte mir nicht nur sein Bildmaterial sondern auch sein enormes Fachwissen zu diesem Thema zur Verfügung und brachte so, speziell zum Thema "roter BMW 507" viel Licht ins Dunkel. Wie´s dazu kam entnehmt bitte den nachfolgenden Zeilen. Ein paar Worte zu Claus-Kurt Ilge seien aber noch erlaubt: Claus hörte Elvis´ Stimme das erste Mal 1956 und war sofort fasziniert. Claus wuchs als Jugendlicher in Friedberg faktisch mit den Amerikanern auf. Und so entging es dem damals 16jährigen auch nicht dass 1958 in der "Wetterauer Zeitung" zu lesen war: Elvis Presley kommt nach Friedberg. Das war für Claus wie sechs Richtige im Lotto. Noch dazu war er als Realschüler noch nicht in der Lehre und hatte also Zeit genug um sich auf die Ankunft von Elvis in Deutschland vorzubereiten.

Elvis fleißig beim Autogrammeschreiben - Im Hintergrund Claus

 

Ein Schnappschuss von Claus

Was Claus dann alles mit Elvis erleben durfte würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Nur so viel: Durch die Nähe zu Elvis – Friedberg und Bad Nauheim trennen lediglich 3 Kilometer – verbrachte Claus seine Freizeit faktisch bei Elvis. Sammelte in dieser Zeit hunderte Autogramme – übrigens noch immer im Besitz von Claus – machte das eine oder andere Foto, fuhr schon mal mit Elvis gemeinsam im Mercedes eine Runde, sah ihn natürlich auch öfters im sowohl weißen als auch roten BMW 507 vorfahren und bekam zum Abschied von Elvis noch dessen Plattenspieler und auf Nachfrage von Claus – übrigens ganz schön keck – auch gleich Elvis´ Tonbandgerät oben drauf. Damit nichts passieren konnte, ließ Claus einfach sein Fahrrad stehen und schleppte die beiden Geräte zu Fuß nach Hause.

Die Entstehung eines Fotos - Februar 1960:

Claus´ Cousin Werner sagt: "Schau Elvis, er will dich fotografieren"

Das Resultat: Negativ im Privatarchiv von Claus

Claus´ damalige Situation muss man sich aus der heutigen Sicht eines Elvis-Fans auf der Zunge zergehen lassen. Nachmittags ab ins Kino um sich Elvis in Filmen wie "Love Me Tender", "Loving You", "Jailhouse Rock" oder "King Creole" anzuschaun und sich danach aufzumachen ihn persönlich in Bad Nauheim zu besuchen. Unglaublich oder? Zurück aber zu meinem Wiedersehen mit Claus. Diesmal auf österreichischem Boden. Unser Wiener Elvis-Fantreff ist stets bemüht zum alljährlichen Weihnachtstreffen einen Zeitzeugen einzuladen. Dass die Wahl 2013 auf Claus-Kurt Ilge fiel ist auch meinem lieben Freund Christian Taus zu verdanken der Silvester Eter, seines Zeichens Chef des Wiener Fantreffs , diesen Vorschlag unterbreitete und dieser auch sofort von Silvester in die Tat umgesetzt wurde. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an euch beide für die Idee und Umsetzung. Dass dieses Weihnachtstreffen am 1. Dezember 2013, im übrigens zum Bersten gefüllten Clublokal, zu einem Highlight wurde verdanken wir dem gesamten Fantreff-Team das für die Gestaltung samt aufwendigem Schmücken des Lokals sowie den perfekten Programmablauf samt Weihnachtsüberraschung sorgte und natürlich dem Höhepunkt in Form einer Talkrunde mit unserem Special Guest Claus-Kurt Ilge. Ich lieber Claus hätte dir an diesem Abend noch Stunden zuhören können. Claus hat ja nicht nur wie oben erwähnt sensationelles erlebt sondern versteht es auch mit seiner Erzählweise das staunende Publikum in seinen Bann zu ziehen. Weihnachtsüberraschung gabs übrigens nicht nur seitens des Elvis-Fantreffs nein auch Claus hatte für jeden Besucher - und es waren nicht wenige - als Geschenk ein Foto das ihn mit Elvis zeigt mitgebracht das er gerne signierte. Auch der Schreiber dieser Zeilen konnte da nicht widerstehen und reihte sich geduldig in die wartende Schlange ein.

Talkrunde mit Claus - Elvis-Fantreff Weihnachtsfeier, 01.12.2013

Schlangenbildung: Jeder wollte zur Erinnerung ein Foto mit Widmung von Claus

Und Claus schrieb geduldig Widmungen auf all seinen mitgebrachten Fotos

 

Ich hatte Dank Silvester Eter bereits einen Tag vor diesem Weihnachtstreffen Gelegenheit Claus und seine reizende bessere Hälfte Elvira Spohn kennenzulernen. Und Claus brachte einiges an Material für unser Treffen mit. Als Geschenk für den Fantreff gabs noch ein liebevoll gestaltetes Fotoalbum samt Widmung.

Silvester Eter - Mabro - Elvira Spohn - Claus-Kurt Ilge - Christian Taus

Elvira Spohn - Claus-Kurt Ilge - Mabro & Christian Taus beim Sichten des Materials

Als Claus und ich an diesem Abend über Elvis´ BMW 507 sprachen kam für mich erstaunliches ans Tageslicht. Claus versprach mir wenn er wieder zurück in Deutschland sei mir Fotos und anderweitiges Material für meine Rubrik zur Verfügung zu stellen. Claus´ Devise sei einfach: "Von Fans für Fans". Ich finde das speziell in der heutigen Zeit wo es nur noch ums liebe Geld und sich einen Vorteil zu verschaffen geht schlichtweg unglaublich. Claus hielt übrigens nicht nur Wort und kramte in seinen Archiven, schickte mir noch nie von mir zuvor gesehene Dinge, grub noch eine Originalzeitung für mich aus und sandte mir schlussendlich sogar noch sein letztes Originalfoto vom Negativ. Vielen Dank Claus für deine Unterstützung und dein Vertrauen.

Claus & Achim Tressler lässig auf Elvis´ BMW 507 Motorhaube

Februar 1959 - Einfahrt zu Elvis´ Haus - Bad Nauheim, Goethestraße 14

Claus´ Cousin Werner machts den beiden Großen nach

Selbe Location nur diesmal ist Elvis´ BMW 507 mit Stoffverdeck zu sehen

 

Wie wichtig Claus´ Kramen in den eigenen Archiven war zeigt die dabei zutagegetretene Bad Nauheimer Stadtzeitung. Sie bringt nicht nur ein nie zuvor gesehenes Bild sondern auch gleich die passende Geschichte dazu. Worum es geht? Um ein sagenumwobenes Kapitel betreffend Elvis´ BMW 507. Nämlich um das Zustandekommen des Farbenwechsels von weiß auf rot. Viele Geschichten sind seither zu diesem Thema geschrieben worden. Jetzt gibt’s die Fakten dazu. Nachzulesen in der Bad Nauheimer Stadtzeitung, Ausgabe 558 vom 9. August 2002:

Die Geschichte handelt von Ernst Pöpel, Seniorchef im Renault-Autohaus Brückbauer in Bad Nauheim. Kennengelernt hat Herr Pöpel Elvis über seinen Freund "Hot Rod" einem amerikanischen Sergeant. Der kam eines Tages auf Pöpel zu und erzählte ihm, dass Elvis die Farbe seines BMW nicht gefalle und ob er in der Lage wäre, ihn umzulackieren. Man verabredete einen Termin in der Werkstatt am Güterbahnhof. Elvis kam zum verabredeten Termin und erzählte, dass er das Auto gerne in "Fire-Engine-Red" lackiert haben wolle. Was weiß ich was "Fire-Engine-Red" ist, dachte sich Ernst Pöpel und legte Elvis einen Farbenkatalog vor. Man einigte sich auf Porsche-Rot.

Mein Lieblingsbild von Claus das auch im Zeitungsartikel Verwendung fand

Der Wagen wurde fachmännisch auseinandergebaut, abgeschliffen und in der gewünschten Farbe lackiert. Der Auftrag war erledigt, der King sehr zufrieden. Nun hatte er seinen "Fire-Engine-Red" BMW. Jedoch nicht lange. Keine 2 Wochen später stand das Auto wieder auf dem Hof der Werkstatt. Elvis hatte zwischenzeitlich Besuch von weiblichen, schwedischen Fans. Sie hinterließen ihre Huldigungen auf dem Lack des BMW, der vor dem Haus geparkt war in Form von Lippenstiftherzen, Liebesbekundungen und zahlreichen Kratzern. Für den King gab es keine andere Adresse als die Club-Garage am Güterbahnhof um das "Fire-Engine-Red" wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Ein Herauspolieren war unmöglich. Ein neuerliches Lackieren war notwendig. Ernst Pöpel ist der "Kult Elvis" heute egal, er denkt nur gerne an den "ganz feinen Kerl" und Kunden Elvis Presley zurück, für den er damals einen Auftrag ausgeführt hat, wie für jeden anderen auch.

Das Bild ist für mich schlichtweg eine Sensation - Ernst Pöpel mit seinen Mitarbeitern beim Aufpolieren des mittlerweile roten BMW 507 von Elvis im Jahre 1959 in den "Club Garagen" (Fotoquelle: Bad Nauheimer Stadtzeitung, Ausgabe 558)

Keine geringere Sensation ist dieses Bild. Zeigt es doch ein historisches Foto eben dieser "Club Garagen" - mein Dank geht an Andreas Roth

 

Leider war der jetzige Geschäftsführer der Firma Renault-Autohaus Brückbauer, Herr Ralf Pöpel, zu einer Stellungnahme mabrosELVISworld gegenüber nicht bereit. Schade eigentlich. Muss man aber akzeptieren. Vielleicht existieren ja noch div. Fotos und Unterlagen die dieses Unterfangen zeitlich genau zuordnen ließe. Eine Feststellung im Artikel der Bad Nauheimer Stadtzeitung ist zumindest aus heutiger Sicht nicht zutreffend. Im Artikel aus dem Jahre 2002 kann man nämlich lesen dass Elvis´ BMW 507 im BMW-Museum in München in rot zu bewundern ist. Nicht die einzige Story die zu diesem Thema kursiert. Auch im ursprünglichen Zustand weiß soll der Elvis´ Wagen schon im BMW-Museum gesichtet worden sein. Diesbezüglich kann ich aber auf eine Stellungnahme der BMW Group mir gegenüber verweisen wo Stefan Behr (Sprecher der BMW Group Classic) am 18. Februar 2014 u.a. schreibt: Im BMW Museum zeigen wir wechselnd verschiedene BMW 507, aktuell einen anthrazitfarbenen (siehe Foto). Der von Ihnen erwähnte "Elvis 507" ist nicht in unserem Besitz. Damit sind alle Unklarheiten beseitigt. Klarer geht’s nicht.

Einen, diesmal älteren Zeitungsartikel den Claus für mich ausgegraben hat möchte ich euch an dieser Stelle nicht vorenthalten. Er trägt das Datum 22.12.1958 und hat folgenden Inhalt:

Presleys Autokauf entdeckt

Frankfurts "Teenager" verfügen über einen ausgezeichneten Nachrichtendienst. Als ihr Idol, der Rock-´n´-Roll-König Elvis Presley, am Samstag bei einem Autohändler auftauchte, um sich ein weißes deutsches Sportcoupe abzuholen, hatten sich seine Bewunderer in Scharen eingefunden. Dem verzweifelten Autohändler half nur noch ein Notruf bei der Polizei, die Geschäftsräume, Garagen und den Hof erst einmal von den im Generalangriff eingebrochenen Jugendlichen räumen mußte, damit Presley an seinen neuen Wagen herankam. Der in Friedberg stationierte Obergefreite der amerikanischen Armee, mit einer frisch erworbenen Auszeichnung als guter Schütze aus dem Manöver zurück, hat sich den schnellen Wagen zugelegt, um den Weg von Friedberg nach Frankfurt zu seiner Freundin schneller zurücklegen zu können. Allerdings wird er sich gewaltig umstellen müssen, denn vor seinem Aufstieg zum Schallplattenmillionär betätigte sich Elvis Presley als "Kapitän der Landstraße", und auch bei der Armee sitzt er am Steuer eines schweren Trucks.

Abschließend geht ein großer Dank von dieser Stelle aus an Claus und Elvira nicht nur für die tatkräftige Unterstützung meines auf dieser Seite präsentierten Themas, sondern auch für ihr großes uneigennütziges Engagement in Sachen Elvis. In der heutigen Zeit wie ich meine eine Seltenheit. Und Claus würde sich sicherlich auch freuen wenn ihr bei seinem Club wo er die Funktion des Vizepräsidenten innehat mal vorbeischaut. >> Elvis Presley Verein e.V. Bad Nauheim-Friedberg

 


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