Vernissage und Eröffnung der Sonderausstellung

"The Rock´n´Roll Phoenix"

11.05.2017 - BMW Museum, München

 

Nach seiner 2jährigen aufwendigen Restaurierung kehrt Elvis´ BMW 507, im Glanz seines Originalzustandes, wieder an seinen Geburtsort zurück. Am 11. Mai 2017 lud die BMW Group Classic zur Eröffnungsparty unter dem Titel "The Rock´n´Roll Phoenix" ins BMW Museum. Eines gleich vorweg: Anna Schleypen und ihrem Team ist es mit dieser Sonderausstellung nicht nur gelungen Elvis´ BMW 507 ins rechte Licht zu setzen, sondern dieses Thema auch optisch sensationell umzusetzen. Elvis´ Wagen wurde auf einer riesigen Schallplatte (Wooden Heart - Muß I denn zum Städtele hinaus) stehend präsentiert, umgeben von roten Kussmündern. Eine - wie ich finde - geniale Idee. In der Rotunde rund um den Wagen wurden großformatige Bilder gezeigt. Ein paar davon konnte der Schreiber dieser Zeilen vermitteln.

Mabro & Elvis´ BMW 507

Der Besucher erhielt auch Gelegenheit den Wagen vor der offiziellen Eröffnungsfeierlichkeit mit geschlossenem Verdeck zu sehen. Erst danach wurde das Verdeck geöffnet!

Fotos - Elvis´ BMW 507 geschlossen

Fotos - Elvis´ BMW 507 offen

Ein eigener Ausstellungsraum - die "Black Box" - beschäftigte sich mit dem Thema der Restaurierung. Hier wurden auch einige nicht verbaute Originalteile des Autos gezeigt. Weiters erstmalig zu sehen der Kaufvertrag, abgeschlossen zwischen Llyod Cottle und Jack Castor, sowie die von Jack Castor angelegte umfangreiche Mappe über diesen Wagen.

Fotos - Ausstellungsraum "Black Box"

Jetzt aber zum Programm des Abends: Um 19.30 Uhr erfolgte die Begrüßung durch Gabriele Fink, der Leiterin des BMW Museums. Frau Fink erwähnte, dass die Bayrischen Motoren Werke im Vorjahr ihr 100jähriges Bestehen feierten. Ein Modell in dieser Geschichte verdient besondere Erwähnung: Der BMW 507. Damit folgte auch schon die Überleitung zum "Star des Abends": Elvis´ BMW 507. Elvis nutzte den Wagen von Dezember 1958 bis zum Frühjahr 1960. Weiters erzählte Frau Fink, dass der Wagen in diesem restaurierten Zustand endlich die Wertschätzung erhält, die er sich durch das Zurückversetzen in den Originalzustand auch verdient.

Gabriele Fink

Jack Castors angelegter Ordner über den Wagen

Bill Of Sale zwischen Llyod Cottle und Jack Castor vom 15.06.1968

Fotos - Rotunde

Anschließend daran gab es die erste Interviewrunde unter Leitung von Dr. Andreas Braun (Kurator des BMW Museum). Teilnehmer dieser Talkrunde: Herbert Hauke (Rockmuseum München), Ludwig Förster (Zeitzeuge), Andreas Roth (Buchautor). Herbert Hauke, der auch einige Ausstellungsstücke für diesen Event zur Verfügung stellte, erzählte über sein am 01.12.2004 gegründetes Rockmuseum im Olympiaturm, über Elvis´ Werdegang und eine nette Geschichte rund um den Song "Green, Green Grass Of Home". Elvis war mit dem Bus unterwegs und hörte diesen Song im Radio. Elvis gab Sam Thompson daraufhin den Auftrag zu veranlassen, dass dieser Song nochmals im Radio gespielt wird. Der Bus musste daraufhin anhalten und Sam schaffte es, dass der Radiosender diesen Titel unzählige Male wiederholte.

Übrigens schön, dass auch ein Foto meiner Homepage (siehe unten) mehrfach in der Ausstellung präsent war. Die Story dazu siehe --> Link.

Fotos - Ausstellungsimpressionen

Dr. Andreas Braun, Andreas Roth, Ludwig Förster, Herbert Hauke

Als nächster Interviewpartner stand Ludwig Förster Rede und Antwort. Herr Förster, der als damals 21jähriger als Volontär bei der amerikanischen Wochenzeitung "Overseas Weekly" (die von 1950 bis 1975 in Frankfurt produzierte Zeitschrift hatte eine wöchentliche Leserschar von 200.000!!) arbeitete, erzählte, dass der damalige Autohändler Wirth mit dieser Zeitschrift in Kontakt kam und man eine PR-Aktion plante in Form einer Übergabe eines Sportwagens an Elvis. Herr Förster hatte danach die Gelegenheit mit Herrn Wirth im offenen BMW 507 mit 180-190 km/h über die Autobahn nach Bad Nauheim in die Goethestraße zu Elvis zu brettern. Das ist einfach ein Erlebnis, das man nicht vergisst. Der Wagen wurde vor dem Haus geparkt, die Beiden gingen die Stufen zum Haus hinauf und da stand auch schon Elvis, der sie mit Handschlag begrüßte. Später wurde dann der Wagen mit allem PR-Tamtam Elvis in Uniform übergeben. Es hat sich wohl für alle ausgezahlt, meinte Herr Förster.

Letzter Teilnehmer der Talkrunde war Buchautor Andreas Roth. Er berichtete über die beiden Besuche von Elvis in München. Über Vera Tschechowa und dass er für heuer die Veröffentlichung des 2. Bandes seiner Elvis Army Trilogy plane. Übrigens hat mich Andreas nach dieser Talkrunde mehr als überrascht. Überreichte er mir doch das erste Buch seiner Trilogie samt Widmung als Geschenk! Vielen Dank Andreas von dieser Stelle aus. Für den richtigen Rock´n´Roll Sound rund um diese Veranstaltung sorgte an diesem Abend die sensationelle Band "Boppin´B" und für die passenden Tanzeinlagen die "Boogie Magic´s" (amtierende Weltmeister Formation Boogie-Woogie).

Band Boppin´B

Boogie Magic´s - amtierende Weltmeister Formation Boogie-Woogie

Nächster Programmpunkt war der ebenfalls von Dr. Andreas Braun moderierte Talk mit den Restauratoren. Die Teilnehmer dieser Runde: Klaus Kutscher (BMW Group - Internationaler Fahrzeughandel, Fahrzeugrestaurierungen, Expertisen) laut Dr. Braun ist er der "Außenminister" der BMW Group, Peter Reichenzeller (Motoren, Fahrzeugmechanik), Martin Deggelmann (Karosseriebau) und Christian Nell (Lackier- und Sattlerarbeiten):

Dr. Andreas Braun, Christian Nell, Martin Deggelmann, Peter Reichenzeller, Klaus Kutscher

Klaus Kutscher berichtete vom ersten Treffen mit Jack Castor 2011 in Pebble Beach. Man habe sich von Anfang an gut verstanden. Es folgten noch mehrere Treffen bei Jack Castor zu Hause. Man lotete die Möglichkeiten aus und wurde schließlich handelseinig. Peter Reichenzeller berichtete von seiner Arbeit an den beiden Autos. Schließlich galt es in diesen 2 Jahren auch den 2. BMW 507 von Jack Castor mit der Fahrgestellnummer 89 zu restaurieren. Weiters fiel in seine Zuständigkeit die Fertigung der Bremsen, Vorder- und Hinterachse, Differenzial und der Räder. Martin Deggelmann schilderte als Verantwortlicher für die Aluminiumaußenhaut und die Stahlbodengruppe die Schwierigkeiten der Restauration. Lediglich die Originalmotorhaube konnte beibehalten werden. Der Rest war in einem nicht instandsetzungsfähigen Zustand. Nach Rücksprache mit BMW erfolgte die Neuanfertigung der Aluminiumaußenhaut, die von einem Originalmodell abgeformt wurde.

Vorher - 23.07.2014

Mabro & Klaus Kutscher

 

Nachher - 11.05.2017

Mabro & Klaus Kutscher

Was mich an diesem Projekt besonders freut, ist, dass es unter österreichischer Beteiligung stattfand. Christian Nell, der seit 25 Jahren Autos restauriert, seit 14 Jahren selbstständig einen Betrieb mit 7 Mitarbeitern führt und bis jetzt 30 Autos des Typs BMW 507 restaurierte (davon 15 vollständige Restaurationen!) war verantwortlich für die Sattler- und Lackierarbeiten und den Zusammenbau des Fahrzeuges. Von ihm werden ständig Originalteile des Typs 507 zugekauft. Christian Nell ist aber auch Spezialist, wenn es um das Nachfertigen von Originalteilen geht. Auf die Frage, warum denn nicht das Originalradio verwendet wurde, das übrigens im Ausstellungsraum "Black Box" zu besichtigen war, gibt Herr Nell bekannt, dass einzig die Außenhülle verwendbar war und man sich daher darauf einigte ein neues Autoradio aus dieser Zeit einzubauen. Herr Nell schloss seine Ausführungen mit den Worten: "Es war eine geile Sache so ein Auto restaurieren zu können und auch zu dürfen" und richtete seinen Dank an BMW Classic.

Mabro mit Landsmann Christian Nell

Nach dem offiziellen Teil gabs für mich noch die Gelegenheit die eine oder andere Frage an die Expertenrunde zu stellen. Mein Dank geht vor allem an Klaus Kutscher und Christian Nell für die Zeit, die sie sich dafür genommen haben. Keine Angst Christian, ich schreibe natürlich an dieser Stelle nicht alles, was an diesem Abend besprochen wurde :-) Klaus Kutscher erzählte mir jedenfalls, dass es sich bei Llyod Cottle um den Vorbesitzer handelte, der ihn in Pebble Beach im August 2016 kontaktierte und ihm einen Koffer voller Unterlagen zu Elvis´ BMW 507 übergab. Herr Kutscher gab diesen Koffer bei seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten an BMW München weiter. Nach Vorliegen der Versicherungsurkunde - Klaus Kutscher hat mir dies vor Ort bestätigt - die beweist, dass der Wagen in Amerika auf Elvis zugelassen war, kann die Geschichte des Wagens, zumindest was den Aufenthalt in den Staaten betrifft, lückenlos nachgewiesen werden. Somit bleibt nur noch die Frage offen: Wie und wann kam der Wagen von Deutschland in die USA?

Fotos - Die Expertenrunde besichtigt Elvis´ BMW 507

Mabro im Kreise der Experten

Besonders gefreut hat es mich bekannte Gesichter aus der Elvis-Szene wieder getroffen zu haben. Hervorheben möchte ich die beiden Zeitzeugen Sigrid Schutz und Claus-Kurt Ilge. Sigrid wurde sogar gestattet ihr Foto aus dem Sommer 1959 nochmals nachzustellen. Es war eine Freude euch wiederzusehen und mit euch zu plaudern.

Mabro & Sigrid Schutz (im Hintergrund ihr Bild aus dem Jahr 1959)

Mabro mit Sigrid Schutz und Claus-Kurt Ilge (im passenden Outfit)

Das Originalfoto aus dem Jahre 1959 (Claus-Kurt Ilge rechts im Bild)

Schließen möchte ich meinen Artikel mit einem großen Dankeschön an die BMW Group Classic für die Einladung zu dieser außergewöhnlichen Präsentation, wenngleich auch ein bisschen Wehmut bei mir spürbar war. Denn eine Person, die bei dieser Veranstaltung mehrfach in Bild und Ton zu sehen und hören war, fehlte: Jack Castor. Auch ihm hätte es gefallen seinen besonderen 507 so wieder zu sehen. Von der Ausfahrt mit dem im neuen Glanz erstrahlenden Wagen ganz zu Schweigen.

Elvis´ BMW 507 ist noch bis 22. Oktober 2017 im BMW Museum München zu besichtigen.

 


zurück