Zeitzeugin Angelika SPRINGAUF zu Gast beim Weihnachtsmeeting des Elvis-Fantreff Wien am 8. Dezember 2015

 

 

Angelika Springauf & Elvis

 

Traditionell wie jedes Jahr wurde auch 2015 versucht einen Zeitzeugen zum Weihnachtstreffen des "Elvis Fantreff Wien" einzuladen. Angelika Springauf war an sich von unserem Fantreff-Leiter Silvester Eter schon für unser Treffen 2014 vorgesehen aber aus terminlichen Gründen war es ihr leider nicht möglich daran teilzunehmen. Umso erfreulicher dass es 2015 klappte und wir nach Ed Bonja, Manfred "Fredy" Weinhofer, Claus-Kurt Ilge & Sigrid Schutz, Angelika Springauf in unserer Mitte begrüßen durften. Aber der Reihe nach.

Ich traf pünktlich um 14.00 Uhr an diesem 08.12.2015 in unserem Clublokal "Brigittenauer Stadl" in Wien ein. Und schon gabs das erste Aha-Erlebnis für mich. Niemand geringerer als unser Ehrengast Angelika Springauf kam auf mich zu, begrüßte mich und fing an mir Geschenke zu überreichen! Süßigkeiten aus der Bad Nauheimer Confiserie Odenkirchen, einer Ausgabe des neuen Magazins "Meine Geschichte" mit Elvis am Cover (siehe Fotos), sowie eines Mitbringsels meines lieben Freundes Claus-Kurt Ilge in Form eines prall gefüllten Kuverts mit div. Zeitdokumenten. Vielen lieben Dank Claus von dieser Stelle aus dass du mich immer wieder mit Material versorgst. Natürlich gings auch diesmal wieder um mein Lieblingsthema "Elvis´ BMW 507". Das hat mich liebe Angelika wirklich umgehauen. Mein Freund Christian Taus hielt mir auch noch einen Platz am Tisch von Angelika frei. Nochmals vielen Dank Christian an dieser Stelle. Was für ein Einstieg in dieses spezielle Weihnachtstreffen 2015.

"Meine Geschichte" - Ausgabe 1/2016

Frankfurter Neue Presse

Süßigkeiten aus der Bad Nauheimer Confiserie Odenkirchen

 

Nach der Begrüßung durch den Fantreff-Leiter Silvester Eter folgte, wie im Ablauf unserer gemeinsamen Treffen üblich, die Präsentation der neuen Produkte aus der Elvis-Welt durch Thomas Schreiber. Nach einer Pause gabs die ebenfalls traditionelle Weihnachtsgeschichte vorgetragen durch Harry Pfundner und Andrea Zatschek. Auch die Tombola mit tollen Preisen durfte nicht fehlen. Höhepunkt der Veranstaltung war natürlich die Talkrunde mit der Zeitzeugin Angelika Springauf. Kaum übernahm Angelika das Mikrofon sprudelten die Geschichten förmlich aus ihr heraus.

 

Thomas Schreiber (links) bei der Präsentation der neuesten Produkte und Silvester Eter (Leiter des Elvis Fantreffs Wien) 

 

Ich möchte euch an dieser Stelle einfach ein paar Geschichten von Angelika mit ihren eigenen Worten näherbringen.

Die Zeit war damals eine langweilige, die Musik war seicht bis ein Mann kam der die ganze Welt durcheinander brachte und das war Elvis. Es kam Vico Torriani und Freddy. Aber als Elvis kam hatten wir Jugendliche endlich etwas für uns. Damals hatten die Erwachsenen das Sagen für die Elvis furchtbar war. Er galt als Rebell und dann kommt der noch nach Deutschland. In der Zeitung stand dann zu lesen dass er in Friedberg stationiert sein wird und das war ja nur ein paar Kilometer von mir in Bad Nauheim entfernt. Ich konnte das erst gar nicht glauben. Bis dahin hatte ich, obwohl ich gar keinen Plattenspieler besaß,  eine Elvis-Platte und das war "Jailhouse Rock". Auf einmal hat sich herumgesprochen dass der Elvis in Bad Nauheim im Parkhotel wohnt. Da hab ich zu meiner Freundin gesagt: Da können wir doch mal hingehen und gucken wie der aussieht. Als wir mittags zum Hotel kamen standen da schon eine Menge Leute herum. Da fragten wir ob Elvis da sei. Wir bekamen zur Antwort dass er im Kino "Parklichtspiele" sei (viel später recherchierte ich dass es sich um den Film "Bravados" mit Gregory Peck handelte den sich Elvis dort angesehen hat). Wir kauften daraufhin sicherheitshalber gegenüber in einem Geschäft ein paar Schauspielerpostkarten und sind dann zum Hintereingang von dem Kino gegangen. Dann hats gar nicht lange gedauert da kam auch schon der Elvis raus. Wir fragten nach einem Autogramm. Elvis war ganz freundlich zu uns und erfüllte unsere Autogrammwünsche.

Talkrunde mit Harry Pfundner, Angelika Springauf und Silvester Eter

 

Danach wohnte Elvis im Hotel Grunewald und schießlich in der Goethestraße. Das war mein Glück da ich nur 5 Minuten entfernt wohnte. Das Haus Goethestraße wurde dann für uns der Jugendtreff. Wir wussten bald wann er von der Kaserne nach Hause kommt. Es gab ja damals keine Diskotheken. So war Elvis´ Haus für uns unser neues Daheim, unser Treffpunkt. Elvis kam mit dem Auto praktisch vor die Tür. Hat es hingestellt ist ausgestiegen und kam dann zu uns und unterhielt sich mit uns. Gut traf sich auch dass ich in der Schule schon einige Jahre Englischunterricht hatte. So war Elvis die erste Person bei der ich "Englisch" ausprobieren konnte. Er machte sich einen Spaß daraus und manchmal überlegten wir beide wie denn das jetzt heißen könnte. Damals gingen die Leute einfach zum Haus und klingelten und fragten ob sie ein Autogramm haben könnten. Entweder kam Elvis selber raus oder sein Vater Vernon. Sowas kann man sich ja heute gar nicht mehr vorstellen. Elvis Sekretärin war dann clever sie schrieb ein Schild da stand dann drauf: Autogrammstunde von 19.30 bis 20.00 Uhr. Und daran hat sich Elvis auch gehalten.

Talkrunde - Harry Pfundner, Angelika Springauf

 

Die schönste Zeit für uns war wenn Lamar Fike und Red West in Lokale ohne Elvis gingen und Elvis sich dann zu Hause langweilte und heraus zu uns kam. So gegen 21.30 Uhr. Er stellte sich zu uns, zog den Mädchen schon mal am Pferdeschwanz, klopfte ihnen auf die Schulter und hat seinen Spaß mit uns gehabt. Das war dann für uns die schönste Zeit. Wir waren ja nur 6 bis höchstens 10 Jugendliche. Mit der Zeit kannte uns Elvis dann auch schon und wusste wer wir sind. Als ich einmal eine ganz schlechte Mathearbeit ablieferte sagte mein Vater dass das nicht mehr passieren darf. Als die nächste Arbeit anstand verabschiedete ich mich sehr früh von Elvis. Er fragte noch warum ich denn schon gehe. Ich erklärte ihm das mit der bevorstehenden neuerlichen Arbeit so gut ich konnte. Nach ein paar Tagen fragte Elvis mich dann: Wie war denn deine Arbeit? Die Arbeit war zwar so schlecht wie die vorhergehende aber ich hab mich so gefreut dass Elvis daran gedacht hat und danach fragte. So war das übrigens oft mit Gesprächen bei Elvis. Man hatte immer das Gefühl dass man wichtig für ihn sei.

Einmal kam uns Elvis mit dem Fahrrad entgegen. Als er uns sah trat er extra in die Pedale. Wir dachten uns nur: Den kriegen wir noch. Wir kürzten den Weg durch den Park ab und waren noch vor ihm da. Als er dann ankam hat er nur gegrinst, stieg ab und zeigte uns sein neues Fahrrad welches er später einem Jungen aus der Nachbarschaft schenkte.

Von Silvester Eter vorbereitete Diashow auf großer Leinwand

 

Eines Tages unterhielt ich mich mit Elvis, ich weiß jetzt nicht mehr worum es ging. Jedenfalls streichelte mich Elvis über die Wange. Ich hab mich so darüber gefreut dass ich es gleich meinen Freundinnen erzählen musste. Die starrten daraufhin ganz neidisch und ehrfürchtig auf meine Wange. Ich hab mich dann eine Woche an dieser Stelle nicht mehr gewaschen.

Mein Onkel Max lebte in Amerika. Der wollte meine Oma besuchen und kam damals mit dem Schiff nach Deutschland. Elvis Vater Vernon war zu dieser Zeit ebenfalls in Amerika und fuhr mit dem gleichen Schiff zurück nach Deutschland. Es gab an Bord auch Kontakte zwischen den beiden die schlussendlich als man wusste, dass man das gleiche Ziel, nämlich Bad Nauheim habe, gabs für meinen Onkel eine Einladung von Vernon in die Goethestraße. Als der Onkel Max dass dann meiner Oma erzählte sagte diese nur dass ich ja auch so für den Elvis schwärme. Onkel Max erwähnte daraufhin nur beiläufig dass er dort eh nicht vor hat hinzugehen. Ich sagte nur: "Onkel Max geh bitte dort hin und nimm mich mit." Er ließ sich daraufhin überreden und wir gingen hin. Es standen viele Leute vor dem Haus, die meisten kannte ich auch. Wir klingelten und Elvis´ Vater kam heraus. Onkel Max und er umarmten sich und wir gingen ins Haus. Ich dachte mir jetzt dass ich Elvis jetzt für mich habe. Sonst muss ich ihn ja immer mit den Leuten da draußen teilen. Wir setzten uns an den Tisch. Red West saß neben mir. Wir tranken eine Cola aber kein Elvis war zu sehen. Nach einiger Zeit fragte ich dann wo Elvis sei. Ich bekam zur Antwort dass er oben in seinem Zimmer sei. Er kam auch nicht runter. Ich war beim Gehen richtig traurig dass Elvis nicht herunterkam. Im Nachhinein aber hab ich mir gedacht. Was ärgerst du dich jetzt. Ich weiß immerhin wie es bei denen aussieht und den Elvis hab ich ja eh jeden Tag. Für mich war es jedenfalls eine ganz normale Wohnung. Ganz einfach. Auch der Esstisch und die paar Sessel. Ich sah auch das Klavier auf dem Elvis spielte. Elvis lud nämlich öfters Army-Kameraden zu sich nach Hause zum Musizieren ein. Gesungen hat Elvis dabei nicht. Man konnte es bis auf die Straße hinaus hören.

Ich werde auch immer gefragt: "Hast du die Priscilla auch gesehen?" Ja die hab ich gesehen, nur wusste ich es erst im Nachhinein. Vor Ende seiner Militärzeit kam ein Soldat abends mit einem jungen Mädchen an. So gegen 21.30 oder 21.45 Uhr kamen die 2 wieder raus und sind fortgefahren. Ich hab damals gedacht dass das die Freundin des Soldaten gewesen ist. Viel später sah ich dann die Fotos und dachte mir: Aha daher weht der Wind.

Einmal kam Elvis aus der Kaserne und da dürfte sich jemand einen Spaß mit ihm erlaubt haben. Er kam in der Goethestraße an und sagte ganz freundlich zu einem jungen Mädchen: "Du bist mein kleiner Schweinekopf".

Ich hatte ja nie einen Fotoapparat mit. Nur einmal durfte ich mir den Apparat von meinem Vater ausborgen. Es waren noch 2 zu machende Bilder drinnen. Ich traf Elvis vor seinem Haus. Er hatte seine Jacke an und ich fragte ihn was er denn jetzt mache. Er sagte mir dass er nach München fährt. Später las ich dass er sich an diesem Tag mit Vera Tschechowa traf.

02.03.1959 - Elvis auf dem Weg nach München (fotografiert von Angelika Springauf)

Elvis hat im Sommer oft Rugby gespielt in der Nähe von der Goethestraße auf einer Wiese. Einen Tag zuvor hat es geregnet und es war etwas schlammig. Auch Elvis´ Finger waren schlammig. Er tat so als ob er einen seiner schmutzigen Finger abschleckte. Natürlich tat er nur so. Er tauschte die Finger und hat den anderen sauberen abgeleckt. Die Leute dachten natürlich dass er den schmutzigen genommen hat.

Eines Tages sah ich eine Anzeige in der Zeitung für einen tragbaren Plattenspieler mit Batteriebetrieb. Damals der letzte Schrei. Ich fuhr zu der angegebenen Adresse und siehe da es handelte sich um eine Bekannte namens Elli die auch immer mit eben diesem Plattenspieler in der Gothestraße vor Ort war. Elli, die übrigens viel älter als wir war machte damals sehr viele Fotos von Elvis und seinen Fans die sie dann mit geringem Aufschlag verkaufte. Bald wusste ich warum sie dieses Gerät verkaufen wollte. Ich erwarb jedenfalls den Plattenspieler, fuhr mit diesem zu Elvis´ Haus und stellte ihn auf den Pfosten. Elvis kam und wühlte in den Schallplatten und legte eine Platte auf. Allerdings nie seine eigenen. Meistens englischsprachige Künstler wie Pat Boone oder Bill Haley. Nur das Ding ging nicht lange. Die Batterien waren im Nu alle. Das eingebaute Radio ging zwar noch aber nicht der Plattenspieler. Daraufhin legten wir alle das Geld zusammen und kauften immer wieder neue Batterien. Das Gerät hab ich übrigens heute noch trotz mehrerer Umzüge. Apropos: Ich hab mir oft auch auf der "BRAVO" oder sonst wo Autogramme von Elvis geben lassen. Nur als wir dann später nach Würzburg zogen hat mein Vater alles weggeschmissen! An dieser Stelle ging ein Raunen durch den Saal.

Nach diesem Auszug an Geschichten dieses speziellen Elvis-Fantreffs kann man nur eines sagen: Unglaublich oder? Angelika hatte nach der Talkrunde für uns Fans noch eine Überraschung parat als sie verkündete, dass jetzt jeder zu ihr kommen könne der ein Foto von ihr und Elvis wolle. Kaum war diese Ansage verhallt gabs ein reges Stelldichein vor der Bühne.

Die Fantreff-Mitglieder in freudiger Erwartung auf das Foto von Angelika & Elvis

 

Angelika hat bei der Einleitung der Talkrunde festgehalten dass Elvis-Fans nette Leute sind. Du Angelika hast dies an diesem Tag noch getoppt. In deiner liebenswürdigen Art und Weise hast du uns teilhaben lassen an einer Zeitreise der besonderen Art. Für mich jedenfalls sind solche Geschichten aus erster Hand einfach unbezahlbar und ich freu mich schon jetzt Angelika auf ein Wiedersehen beim großen "European Elvis Festival" im August in Bad Nauheim.

Schließen möchte ich mit einem großen Dankeschön an unseren Fantreff-Chef Silvester Eter der durch seinen unermüdlichen Einsatz nicht nur regelmäßige Treffen in unserem Clublokal in Wien veranstaltet, eine Clubzeitung herausbringt, sondern auch jedes Jahr ein besonderes Weihnachtstreffen mit einem Zeitzeugen für uns ermöglicht und natürlich auch mit einem großen Dankeschön an unseren Special Guest des Jahres 2015: Angelika Springauf

 

Mabro & Angelika Springauf

 

 

Website: www.elvis-fantreff.at

 

 


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